Sonntag, 19. Juni 2011

Genügsamkeit

der Blick gen horizont
das gesicht Ungedeckt
so daS es sich sonnt
tiefer Atem weckt

führt zu gedanken
Reihn und Klar
Ohne jedes wanken
Ehrlich und Wahr

löst Zwist im nu
engelchen und teufelchen
finden beide ruh

Narbefabrik

das Inners sie lieben
an dieses Gut
gelangen mit Hieben
in Lust und Wut

Streiche zu Rissen
so sie sich zerfetzten
kitzeln sich mit Bissen
damit die Häute verletzten

die Leiber gesprengt
verschwimmen ihre Grenzen
Verstand von Wollust gelenkt
wenn sie sich aneinander wetzten

das Blut getauscht
die Körper dazu
dem Puls gelauscht
gibt das Herz keine Ruh

Freitag, 6. Mai 2011

Mitteilungsdrang

Leeres Papier
grinsend vor mir
liegt dort jed tag
bis ich es wag

Gedanken zu vertiefen
die worte an mich riefen
um mit blatt und welt zu teilen
auf medium sie weilen

Bis die sinne leer
der stift zur gegenwehr
nicht mehr schreibt
weil hand verharrend still bleibt

Doch will der schreiber
zerreist sich die leiber
suchend nach der nächsten zeile
wird jeder schritt zur meile

Endlich der funke kommt
der begierde sonnt
erstrahlt, geht auf
so nehmen ferse ihren lauf

Ratzelfummel

grafit streicht über seiten
soll es gedanken, leser bereiten

und ist geistesblitz falsch formuliert
wird blatt mit schliff präpariert

wurd nur erfunden für die schrift
und als solches wohlig gift

Mal was Anderes

Ich liebe dich
frase des alltag
Bitte geh nicht
hat jeder schon gesagt

Ja nein vieleicht
fließen von allein
Mein ziel wurd erreicht
wollen sprachgebrauch sein

Wie geht es dir
charme der höflichkeit
Das gehört mir
für aufrecht bitte keine zeit

Du solltest nun gehn
lässt man stehen im raum
Das werden wir sehen
mühe für neues gibts kaum

So sei es nun
anderes verpöhnt
Las es uns tun
und selbiges gelöhnt

Zerissene Segel

sitzen, liegen, stehen
räuspernd augen verdrehen
nicht fort, hier weilen
schreibend triste zeilen

suche nur den zeitvertreib
wundernd wo die zeit verbleibt
fragend wo der sinn verweilt
wissend das die zeit nicht heilt

blicken in vergangene stund
lief zeiger gleichsam rund
treibend selbe untätigkeit
verschwende weiter zeit

suche nur den zeitvertreib
wundernd wo die zeit verbleibt
ohne frage sinn verfehlt
langeweilen wurd gewählt

Sturheit

jung gestorben
lang gelebt
alt geworden
doch nichts bewegt

grauen die augen
müdes gebein
wo worte nichts taugen
ist die seele rein