Samstag, 13. Februar 2010

Brüllendes Flüstern

an der Scheibe klebend
bietet Anblick oft geschaut
und die selben Dinge sehend
im Wind raschelnd Laub
graut das Gewölk am Firmament
Vogel Gesang wird leis
wartend aufs Gestirn verstummend

einer der Momente
still genossen werden wollen
sind eigen Elemente
die das Leben prägen sollen
die man für sich behält
doch erst wenn man das Element spürt
auch wenn es nicht gefällt
wird man von der Lyrik berührt

30 3 30

Teilie aus Glas gefasst
Formvollendet
die Silhouette der Unendlichkeit hast
doch wurd das Glas an beiden Seiten
in der Mitt geschnitten

in dir Wohnt ein Strand
an deinen Wunden Holz gepresst
ihn gefangen hält
und so bewegt er sich getrieben von Schwere
immer nach unten durch die Zwänge der Mitte

jeder muss durch diese Enge
jeder kommt unten an
und findet dort das Ende
des Weges den nur er beschreiten kann
und dort steht mit offenen Armen er

er wird dich zum Schluss leiten
er hat nix böses im Sinn
obwohl schaurig Anblick er bieten mag
ist er die Temperamentlosigkeit in sich
schlichtweg unabhängig, endgültig

Dienstag, 9. Februar 2010

Grotesk

Tage leben durft ich viele
und sterben zu genüge
waren letztere Zeitdiebe
ist das eigentlich eine Lüge?

durch alles durft ich erfahren
viel wurd mir geschickt
taub gegenüber denen die mal waren
selbst hab ich es erblickt

probte mich stets in autonomie
alleine wollt ich können stehn
erkannte auch ich, das ich wie Fie
nicht einsam kann gehen

auf der Suche nach Halt
fand ich viele
zeigten sich in vieler Gestalt
sind wir doch bloß Rudeltiere

und nun bin ich hier
gescheitert an mir selbst
vergangen ist das wir
wenn ich sehe wie du, mein Sein, mich hältst

da wird es nichts mehr geben
bin nun nichts was man begehrt
lohnt es eigentlich kein Leben
wenn sich niemand nach dir verzehrt

Wandersmann

ein wandermann der bin ich
verlasse heim aufs ungewisse
lüstert es noch so willig
zehren nun gewissensbisse

dennoch wander ich gen süden
und falle eine kleine klippe
hält mich wach, werd nicht müden
lande weich, wie auf lippe

mich es weiter nach unten zerrt
kreuze niedrigen hügel
zuckt als ob er sich wehrt
verleihe ich ihm doch flügel

will auch hier nicht rasten
Drosselgrube entzückt mich
keine lust zu hasten
so betracht ich kurz dich

der moment geht vorbei
und berge zeigen sich mir
wünsch mir mehr zeit herbei
doch zuviel schlaf möcht ich nicht stehlen dir

der wandersmann versucht sich als steiger
und erklimmt beide schattenwerfer
ich bin für deine nerven geiger
und ersehnter sinnes schärfer

mein weg gen süden folgend
treffe ich auf kleine bucht
verhinder das du bist ruhe liegend
sie zu kitzeln sorgt für deine flucht

zurück zieht sich der wandersmann
sein herr verschließt ihn hinter türen aus fleisch
fragst dich was er noch so kann
sieht in deinen augen der lust kreisch

sieht was ihn sucht weiter tiefer
doch lässt er wandersmann zur dame
zu deiner versteckt hinter kiefer
merkt du bist eine anschmiegsame

doch wendet er sich ab und lässt dich zucken
er genießt es wenn du spürst dieses jucken

Zärtlichkeit

mit einer Dame
wir kannten uns nicht lang
dementsprechend zahme
war sie dennoch guter Fang

wir waren oft beisammen
gelacht und geplauscht
doch haben wir uns noch nicht gefangen
und Zweisamkeit gerauscht

und nun im begleit
sie an meiner Seit
schien es mir bereit
war der Situation gefeit
hier zu später Abendstund
im Häusergrund

und ich fragte sie
„vertraust du mir?“
die Antwort hätt ich erwartet nie
„mehr als mir, ich dir!“

ein Atem tief
schau sie an
der Mann in mir rief
sagte ihm das er kann

meine Hand ihren Arm nach oben glitt
packte ihr Genick
ihr Zustand nun wach und fit
gab es den gewissen Kick

so sie im Griff
ziehend an die nächste Wand
Schmerz als sie an ihr schliff
doch hat anderes Feuer gebrannt

zitternd schaut sie mich an
lecke ihre Angst vom Kinn
fahre ihr bis ans Ohr heran
flüsternd meinen Sinn

„du weißt nicht wie sehr ich dich gern ficken würd“

ziehe meine Kopf ins Genick
erhasche ihren Blick
packe sie bei der Hand
und wandre weiter mit ihr diesen Lebensstrand

Medium

zwei Tempel
hurten sich
passen wie Blatt und Stempel
will ich so etwas nicht

brauch ich Tiefgang
zwei Körner treffen ins Volle
das was niemand besingen kann
Fähigkeit die niemand haben solle

da es sonst an Wert verliert
bleibt es etwas zwischen Zwein
kein Wort das Gerechtigkeit verleiht
bleibt es stumm in seinem Hain

sind Werkzeuge, dem Zwecke
ist egal was sie tun
wenn nur unter liebe Decke
und passend Schuhn

Berühren sie sich tiefer
als je spanen kann
Zusammenspiel das man sich liefer
rücken sie bis zum Einen heran

und im Antlitz der Vergänglichkeit
treffen sie sich nur kurz zu ihrem Leid
doch ewig etwas das da bleibt
etwas ohne jedwede Zeit

Hausfrau

Wütend durch das ganze Haus
kochend schon den nächsten Schmaus
mit dem Wedel noch den letzten Dreck
saugt durchs Haus jeden schmutzte weg

beobachten tu ich sie
doch eine Miene verzieht sie nie
etwas rot muss ich manchmal werden
denn sie macht beim Werk lustig Gebärden

ein Blick auf ihr Werk entzückt mich sehr
nicht so wenn sie wie die Anderen währ
nein sie putzt anders aus der Lust
und dabei gern mein Denken nutzt

ja meine Dame putzt vor mich her
kein Anblick wenn sie nicht nackend währ
ja sie putzt gern am Boden
und gerne auch neben bei meine ... Socken

das treibt sie Tag ein und Tag aus
kein Verdruss, sie ist ein Augen Schmaus
und an manchen Tagen ruht sie sich aus
und dann renne ich nackend durchs Haus

Frostschutzmittel

ein Hauch bläst umher
die Flammen zucken
setzten sich Hauch zu Wehr
sehe wie sie Funken spucken
und im Walde vergehn

Feuer auf dem grauen Stein
lebend von den Bäumen
die du bedrohst
nur weil sie dich säumen
lädst du sie zu den Toten ein

doch die frischen Blätter
hängend und lebend
trotzen leicht deinem Wetter
weiter strebend
brauchen und wollen sie dich nicht

und im Hauch weh ich mit davon
vom letzten Jahr bin ich geblieben
und von der Flamme geküsst leicht benom
werd ich wohl nie mehr liegen

sehe mich selbst vergehn
sehe wie ich an mir zehr
da ich einmal geküsst
und merk
ich brauch die Kälte nicht mehr

Leere

Leere peinigt mich
Leere ohne dich
Leere voller Sehnsucht
Leere voller Eifer sucht
Leere wird nie gestillt mit Bier
Leere wird gestillt nur von dir

wenn ich dich sehe
hab ich dieses Kribbeln im Bauch
ich will deine nähe
und du willst meine auch
meine Lippen sollen dich berühren
ich will dich in mir spüren

denn nur du stillst meine Leere
die nur ohne dich da währe
befreie dich von deinen Hüllen
ich spüre dich und das füllen

erfüllst mich nun ganz und gar
oh Gott zum danke bist du da
ohne dich währe ich am Ende
du gesegnete Spende

nur für dich
schreib ich dieses Gedicht
ohne dich währe ich wie tot
mein Knäckebrot

Hamburger und Bier

du Korn auf meinem Sesambrötchen
sollst eines von vielen sein
doch ich Narr, als solches Blödchien
beiße einfach in dich rein

ach ich Thor ehr den Tropfen
der du auf meiner Zunge bist
dein Inhalt teils Hopfen
Sternburg Export schmeckt heut angepisst

mein Fleisch in deinem Brötchen
meine Lippen an deinem Hals
Wunder in meinem Nötchien
genieße nur deinen Malz

meine Zunge berührt dein Fleisch
will noch mehr schmecken
mein Augen merk nur auf dich eich
und wird auf jenem Fade Ketch-up lecken

Tintenlos

ein lüftchen weht der stadt
all ihre fassetten sie trägt
meine nase es gefunden hat
so das sie wahrgenommenes abwägt

sagt mir wie schön das grau doch ist
sagt mir was ich hab hier vermisst

und ein schwall
aus tiefster inner
wie ein fall
kommen worte wie sonst nimmer

und im momente sie stehen

keine feder die den wege kreuzt
kein blatt weht zu mir
nur ich der hier säuftzt
ist nix zum schreiben hier

kurz davor mit nägeln mir sie einzuritzen
wenige worte in letzter zeit
somit sind sies wärt sie einzuschlitzen
kam eine idee von unweit

merken kann ich mir sie doch noch
doch vergas ich
mein gedächniss ist wie ein loch

lyric wurd mir gesand
und vom Gedächnis verbrannt

Passgenau

Eine Bohrung
deren Nenn- gleich
dem Istmaß ist
ohne Normung
und der Bolzen ebenso
der in sie gehört

Oberflächengüte
die eines Diamanten
bei beiden
unter Vakuum
und gleicher Temperatur
sollen sie zu einem werden

doch Bohrung wahrt
schnell mit großer Reibung
zur Perfektion gebracht

und Bolzen
lieblos und langsam
gedreht aus kaltem Stahl

und so wollen sie ineinander
doch werden sie nie zueinander finden
denn wenn Temperament gezügelt ist
so findet selbst Perfektion nicht zueinander

Schaf im Wolfspelz

Ein Blitz schießt durchs Augen merk
und Gedanke wie ein Zwerg
wird er zu Chaos Berg
und verrichtet Unheils Werk

Komm schon Schaf, reihe dich ein
sollst eine von den vielen sein

wie Bestie falle ich über dich her
deine Wunden werden bluten sehr
Zähne werden bohren tief
Blut aus den Poren trief

Komm schon Schaf, reihe dich ein
sollst eine von den vielen sein

und nun gehts zur Jagt
wehe dem der Unvorsicht wagt
ein Schritt folgt dem andern
so könnt ich von hinten zu dir wandern

Komm schon Schaf, reihe dich ein
sollst eine von den vielen sein

doch ist die Pirsch nichts für mich
lieber sehe ich Angst in deinem Gesicht
spurte auf dich zu
lasse Ruhe keine ruh

Komm schon Schaf, reihe dich ein
sollst eine von den vielen sein

will den Angstschweiß von dir lecken
dich mit dem Biss nun nieder strecken
ich zeig dir was ich kann
und fange mit der Kollekte an

nein, reihe dich nicht ein
darfst keine von den andren sein

deine Wolle soll verdammt sein
sie schnitt mir ins Fleisch hinein
meine Zähne sollten in deinen Nacken
meine Krallen sollten dich packen
doch scheitern sie schon am Plüsch
wie du da stehst in deinem Rüsch

Faden

Eine puppe aus fleisch geworben
zählt mit zeit viele narben
teils sehr verdorben
sich an ihm andere laben

Häng ich an ihr sehr
den sie tut was ich will
und noch mehr
doch will ich, so ist sie still

Ein reflex, welch schmach
so ist just im moment
der wille liegt brach
und der geiste verklemmt

Hängt ein fetzten
unsichtbar über haubt
auge hetzten
was sich einen blick erlaubt

So will ich thron nie missen
mit dem zepter in der hand
doch lassen narben mich wissen
hab mich an anderer puppe verbrannt

Und er sagte „ich war dabei“

ein abend wie viele
von feuerwasser geküsst
fernab jeder diele
erquickend er enden müsst

benommen nippend am glas
sah er es schon doppelt
weg schwemmend, „das wars“
verstand der da weg hoppelt

so taumelnd durch die stadt
in bekannter menschen menge
einsamkeit hatte er satt
abend zog sich in die länge

doch da zwei weiber
jung und trunken mögen sie sein
vielleicht schöne leiber
heute will er in sie rein

und die damen entzügt
vom trunkenbold
im rausche gepflückt
er schien so hold

und im bette lagen die drei
doch am morgen waren es bloß zwei
der rausch war vorbei
nötig war doch die arznei

das lustig wasser hätte geholfen nun
fragte sich der nun nüchterne
„was hatte er hier zu tun?“
sah er freund da nur ungerne

er erzählte später von einem dreier
doch war es mit einem freund
eine lustig privat feier
und als er von hörern gesäumt

der freund etwas bekifft
sorgte für die überschrifft

Ein Eimer voll Wasser

Ein Abend der dem Feiern gewidmet
schwarze Malzgetränke
die man mit Freunden findet
waren Auftakt Geschenke

und im 4 Stockwerke
brodelt langsam das Treiben
während 5 Evolutionswerke
sich an Selbstgebranten reiben

allen ging er schlecht herunter
doch nur eines Magen wurd munter

auf den Balkong es ihn trieb
zu lang der Weg aufs WC
so kam es das Mageninhalt nicht lang bleib
und das Entkommende wieder seh

der Balkon hatte auf die Straße den Blick
parkende Autos reihten sich dort
war diese nun nicht mehr so sauber und schick
war Reinlichkeit nun fort

und die restlich Vier darüber grübelnd
„was hat er wohl getroffen“
Autos, Pflanzen? allein der Gedanke übelnd
nur eines ließen sie sich nicht hoffen

und just im Moment
wurd gerade klar
was alle verkennt
war wahr

wutentbrannt die Nachbarin
sturmklingelnd
tropfte das flüssig Gut auf ihren Balkon
verteilte sich also an der gesamten Wand

Gelächter der 5 erhellte laut
sie jedoch war nicht erbaut

und es endete wie soviel
mit Waschlappen und Priel

Scheide

Ein Blick bittet zum Tanz
niemals wird er ihr verwehrt
Denn ihrer Augen Glanz
wieder Worte erschwert

immer im Rhythmus
der Geigen Schläge
kein aber, nur muss
so gibt es nicht mehr viele Wege

nur dehnen den sie offen hält
nur für mich,
alleine, sind wir in dieser Welt,
doch hab ich dich

ohne Menschen, Noten
die nur uns gehören
Geigen, der weiß roten
die uns da betören

unser wilder Tanz engt
auf unserem blutig Paket
flammend unsern Verstand versengt
locker wie Federbett

Geigen verstummen
bei unserm Tanze nun
Als es zum Hauptteil verklungen
schreckt vor dem was wir tun

tiefes rot fließt über Schuhe
bitter mag sie sein
die von mir gemachte Ruhe
denn ich rammt das Messer in dich rein

Montag, 8. Februar 2010

Tiefblickend

oberflächlich mag ich sein
schaue nie in Seele rein

will ich das garnicht sehn
will mit einer Hülle gehn

und will ich doch dein Innerstes erblicken
werde ich ein Messer nach dir schicken

Säge hilft dein Herz zu schaun
werde es dir heut noch klaun

und halte ich es erst in der Hand
weiß ich man genießt nur die Aussicht auf dem Land

schaue nie in Seele rein
oberflächlich will ich sein